Beschreibung
Mit stahl + eisen sichern Sie sich nicht nur aktuelle Informationen – Sie gewinnen einen echten Wettbewerbsvorteil. Seit über 140 Jahren begleiten wir die Branche mit fachlicher Tiefe, strategischem Blick und multimedialer Reichweite.
Aus dem Inhalt:
Europa steht an einem Scheideweg. Während globale Wettbewerber ihre industriepolitischen Interessen entweder schon sehr lange oder mittlerweile sehr laut vertreten – durch gezielte Technologieförderung in China oder „Buy American“ in den USA –, ringt die EU wie so oft mit sich selbst. Zwischen ambitionierter Klimapolitik, politischer Zögerlichkeit und regulatorischer Detailverliebtheit droht ausgerechnet das zu erodieren, was für Frieden und Stabilität sorgt: die Industrie.
Dass die industrielle Basis Europas nicht unverrückbar ist, belegt die Realität. Woher beziehungsweise wohin der Wind weht, zeigt branchenextern das Beispiel Bosch. In Deutschland werden Stellen abgebaut und in Asien neu geschaffen. Für Thyssenkrupp Steel Europe steht erneut die Option im Raum, vom indischen Subkontinent aus kontrolliert zu werden. Unabhängig davon sollen 11 000 Arbeitsplätze wegfallen – mehr als ein Drittel der Belegschaft. Die Rahmenbedingungen speziell hierzulande sind ja auch widrig: Es herrscht Unsicherheit bei der Energieversorgung, es gibt Überregulierung und unklare Anreizsysteme. Auf europäischer Ebene ist ebenfalls nicht das funktionierende System zu sehen, das Investitionsreize auslöst.
Industriepolitik ist aber kein Nice-to-have. Sie ist die Grundlage für Beschäftigung, Wohlstand und geopolitische Handlungsfähigkeit. Europa verfügt über die Innovationskraft, das Know-how und die industrielle Tiefe. Was bislang fehlt, ist der politische Wille, daraus wieder eine echte Stärke zu machen. Wer europäische Wertschöpfung will, muss sie auch politisch ermöglichen. Subventionen ohne strategische Rückkopplung stärken am Ende nur Abhängigkeiten und nicht die Resilienz Europas. Wir brauchen eine Wirtschaftspolitik, die industrielle Stärke fördert und nicht verhindert. Ein Instrument dabei ist der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM), den der Stahlblogger in seiner Kolumne aufspießt. Vor dem geopolitischen Hintergrund ist „Made in Europe“ daher kein Slogan, sondern eine industriepolitische Notwendigkeit.
Jetzt ist die Zeit, umzuschalten: Von der Debatte zum Handeln. Von der Regulierung zur Befähigung. Von der Defensive zur Selbstbehauptung.
Über stahl + eisen
Tradition trifft auf digitale Zukunft
Als eine der ältesten Fachzeitschrift der Stahlindustrie verbinden wir jahrzehntelange Erfahrung mit innovativen, digitalen Formaten.